Kreativität

Ich gebe zu, bis vor ein paar Jahren behauptete ich immer:

a) ich kann nicht malen b) ich kann nicht singen und c) ich bin so ziemlich un – kreativ!

Dann kann der Tag als ein Paket mit Farbpigmenten und „Zutaten“ zum Selbermischen von Farben kam. Ein weisser Raum der Mühle Himmelpfort schrie danach, dass ich probiere selbst mit Farben zu experimentieren. Ausschlaggebend war tatsächlich eine Künstlerin (und ihr Partner), die ein Gästezimmer der Mühle Himmelpfort kreativ gestalteten. MEIN erster Raum war der jetzige Entspannungsraum. Mehrere farbige Pigmente kamen zum Einsatz und nun ist er in einem warmen Gelbton für Entspannungssuchende täglich geöffnet. Mein Mitbewohner kaufte einen wunderbaren Bio-Teppich und hatte gleich die passenden Lampen parat.

2018 bekam ich einen sehr besonderen Thangka von Lama Drime Öser geschenkt, der nun den Raum schützt und unser Haus mit Liebe erfüllt. Ich schätze ihn und seine Partnerin sehr und habe in den letzten Jahren viel von ihnen über Buddhismus und Darma erfahren. Seine Partnerin gibt regelmäßig Retreats für ihre Schüler*innen und Interessierte in unseren Räumen.

 

Tja. Der Raum war fertig und ich hatte Blut geleckt! Wie schön es ist selbst Farben zu mischen und Räume zu gestalten. Es ist immer ein Prozeß. Am längsten dauert tatsächlich die Suche nach dem Thema, den passenden Farben. Der Mühlenbesitzer Tilman ist ein Jäger und Sammler und findet immer die passenden Möbel und Lampen. Und auf unseren Spaziergängen bringen wir Fundstücke aus den Wäldern mit. Oder aber Gäste, die schon bei uns waren, haben beim nächsten Besuch eine Kleinigkeit dabei, die immer einen Platz findet.

Beispiel das Gästezimmer DSCHUNGEL der Mühle Himmelpfort.

Der Raum bietet einen wahnsinnig tollen Blick auf den Stolpsee. Und Tilman wollte gern den Fußboden mit OSB-Platten haben.

Schritt 1: Der Fußboden wurde durch meinen Mitbewohner und einem Handwerker verlegt.

Schritt 2: ICH will ein Podest! Damit man im Winter auf den See schauen kann, während man auf der Couch lümmelt.

Schritt 3: Tilman und mein Sohn bauten ein Podest.

Schritt 4: Na dann fange ich mal an den Dschungel zum malen…. Was gehört rein? Bambus. Eine Bambusschablone muss her! Nach dreimaligen Auflegen stellte ich fest, dass es mühsam ist und ging dazu über freihändig zu malen. Es kamen mehr und mehr Pflanzen, Blätter und Formen hinzu. Und irgendwann die Frage: Wirst Du eigentlich irgendwann mal fertig Brit? Arg…. Also –

Schritt 5: Der Fußboden soll aussehen, als wäre es Erde. Eine neue Mischung der Farbe wurde gezaubert und meine Tochter und ich strichen den Boden. Anschließend musste er gewachst und gebürstet werden, was eine ziemlich mühsame Arbeit war. Und immer wieder malte ich an den Wänden weiter (übrigens bis heute).

Schritt 6: Welche Möbel und Lampen wollen wir? Es gab ein Bambushimmelbett, welches ich mit meinen beiden Kindern aufbaute. Und Tilman kam mit der passenden Couch, Teppich und ziemlich geilen Lampen mit dazu.

Schritt 7: Es wurde ein passendes Buch in den Raum gelegt: Das Dschungelbuch!

Fertig war der Dschungel:

 

Und so entstehen die Räume: wir suchen nach einer Idee, nach Farben, nach Themen, nach Ausstattung… Meist fange ich an zu gestalten und mein Mitbewohner kommt mit Tipps dazu. Beim Gästezimmer HIMMELWEIT war ich schön in der blauen Phase und sah aus, als wäre ich in einen Farbtopf gefallen. Tilman kam und sagte: Brit, Du könntest noch ein paar Vögel zeichnen. Einige Stunden später kam er zurück und sagte ganz trocken „Na soviele hatte ich mir jetzt aber nicht vorgestellt“… Und wie immer hatte er passende besondere Lampen unter dem Arm, die nun das Zimmer verschönern.